Karwatzki/Golling: Das Dilemma des unmittelbar vor Ablauf der Verjährungshöchstfrist in Anspruch ­genommenen Gesamtschuldners

Die erst kürzlich ergangene BGH-Entscheidung zum Beginn der zehnjährigen Verjährungshöchstfrist bei Vorliegen eines vertraglichen Widerrufsrechts hat noch einmal eindrucksvoll gezeigt, dass auch 17 Jahre nach der Neuregelung der Verjährungsvorschriften noch ungeklärte Rechtsfragen zu Tage treten. In den Fokus rückt dabei vermehrt die kenntnisunabhängige Verjährung nach § 199 Abs. 3 Nr. 1 und Abs. 4 BGB, was sich relativ leicht damit erklären lässt, dass die seit dem 1.1.2002 geltende zehnjährige Verjährungshöchstfrist überhaupt erst ab dem Jahr 2012 praktische Bedeutung erlangen konnte. Dies gilt auch für eine Fallkonstellation, die insbesondere im Bereich der fehlerhaften Anlageberatung anzutreffen ist und die sich am einfachsten anhand des nachfolgenden Beispielsfalls illustrieren lässt: