OLG München: Besondere Aufklärungspflicht bei Vermittlung einer Nettopolice in der Lebensversicherung

Vertriebsrecht
Versicherungsvertreter
Besondere Aufklärungspflicht des Versicherungsvertreters bei Vermittlung einer Nettopolice in der Lebensversicherung
VVG §§ 61, 169
* 1. Auf den Umstand, dass der Kunde bei der Nettopolice auch dann zur Zahlung der (vollen) Vergütung verpflichtet bleibt, wenn der Versicherungsvertrag nach kurzer Zeit beendet wird, muss der Versicherungsvertreter deutlich hinweisen. *

Prof. Dr. Peter Reiff zur selbstständigen Vergütungsvereinbarung des Vermittlers einer Nettopolice

Prof. Dr. Peter Reiff zur selbstständigen Vergütungsvereinbarung des Vermittlers einer Nettopolice

Versicherungen, namentlich Lebensversicherungen, werden mit einem steigenden, wenn auch immer noch verschwindend geringen
Anteil als sogenannte Nettopolicen produziert und verkauft.
Nettopolicen unterscheiden sich von den nach wie vor ganz im Vordergrund stehenden Bruttopolicen vor allem in zwei miteinander
korrespondierenden Punkten. Zum einen in der Höhe der Beiträge oder Prämien, die die VN an den Versicherer zahlen müssen. Zum anderen darin, wie der Versicherungsvermittler (§ 59 Abs. 1 VVG) für seine Tätigkeit vergütet wird.