BGH zur Haftung des Luftverkehrsunternehmens für Sturz eines Reisenden auf der Fluggastbrücke

Der Kl. verlangte von dem bekl. Luftverkehrsunternehmen Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Sachverhalt:

Er buchte für den 9.2.2013 für sich und seine Ehefrau einen von der Bekl. durchgeführten Flug von Düsseldorf nach Hamburg. Nach seinem Vortrag kam er beim Einsteigen auf der Fluggastbrücke aufgrund einer durch Kondenswasser ausgebildeten feuchten Stelle zu Fall und erlitt infolge des Sturzes eine Patellafraktur. Der Kl. machte Schadensersatz für aufgewendete Heilungskosten, für erlittene Erwerbsunfähigkeit und aus abgetretenem Recht auf Entgeltfortzahlung und ein Schmerzensgeld geltend.

BGH: Haftung des Reisenden für Mehrkosten wegen Unübertragbarkeit des vom Reiseveranstalter geschlossenen Luftbeförderungsvertrags

Haftungsrecht
Reisevertrag
Haftung des Reisenden für Mehrkosten wegen Unübertragbarkeit
des vom Reiseveranstalter geschlossenen Luftbeförderungsvertrags
BGB § 651 b Abs. 2
* Verlangt der Reisende, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt, gehören zu den dem Reiseveranstalter zu erstattenden Mehrkosten auch diejenigen Kosten, die sich daraus ergeben, dass der Luftbeförderungsvertrag, den der Reiseveranstalter vertragsgemäß für den Reisenden abgeschlossen hat, nicht auf einen Dritten übertragbar ist, sodass der Reiseveranstalter zur Erfüllung der Verpflichtung zur Luftbeförderung einen neuen Vertrag – zu einem höheren Preis – mit dem Luftverkehrsunternehmen abschließen muss, dessen er sich zur Erfüllung seiner Beförderungsverpflichtung bedient. *
BGH, Urteil vom 27. 9. 2016 (X ZR 107/15, LG München I)

BGH: Obliegenheit des Reisenden zur Mängelanzeige trotz Kenntnis des Reiseveranstalters

Haftungsrecht
Reiseveranstalterhaftung
Obliegenheit des Reisenden zur Mängelanzeige trotz Kenntnis des Reiseveranstalters
BGB §§ 651 d, 651 f
* Die Anzeige eines Reisemangels durch den Reisenden ist nicht schon deshalb entbehrlich, weil dem Reiseveranstalter der Mangel bereits bekannt ist. *
BGH, Urteil vom 19. 7. 2016 (X ZR 123/15, LG Düsseldorf)

(Die ganze Entscheidung ist abgedr. in VersR 2016, 1574)