Bundestagsausschuss für Finanzstabilität: Wachsende Sorgen um Lebensversicherung

Die niedrigen Zinsen auf den Kapitalmärkten belasten die deutschen Lebensversicherungen weiter merklich. „Es besteht die Gefahr, dass die erwirtschafteten Erträge nicht mehr ausreichen, um den langfristigen Verpflichtungen nachzukommen“, schreibt der Ausschuss für Finanzstabilität in seinem von der Bundesregierung als Unterrichtung (18/12930) vorgelegten Vierten Bericht an den Deutschen Bundestag zur Finanzstabilität in Deutschland. Mehrere deutsche Lebensversicherer hätten bereits entschieden, ihr Neugeschäft einzustellen und den bestehenden Versicherungsbestand abzuwickeln. Dadurch könnten Kosten und Risiken gesenkt werden, meint der Ausschuss und stellt fest: „Die damit verbundene Konsolidierung kann die Risikotragfähigkeit des ganzen Sektors steigern.“

Insgesamt sieht der Ausschuss jedoch wenig Anzeichen für eine übermäßige Übernahme von Risiken in den einzelnen Sektoren des deutschen Finanzsystems. Das System habe sich als robust erwiesen, stellt der Ausschuss in seiner Lagebeurteilung fest. Auch der Internationale Währungsfonds sei in einer Untersuchung zum Ergebnis gekommen, das deutsche Finanzsystem sei „insgesamt widerstandsfähig und stabil“.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, wird die Risikolage weiter von den außerordentlich niedrigen Zinsen bestimmt: „Der Anteil langfristig niedrig verzinster Kapitalanlagen in den Bilanzen der Finanzinstitute wächst; damit könnten die Risiken steigen, die von einem abrupten Anstieg des Zinsniveaus ausgehen.“ Besonders Sparkassen und Genossenschaftsbanken seien nach wie vor erhöhten Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zu den Unsicherheitsfaktoren werden auch die Auswirkungen der Leitzinserhöhungen in den USA gezählt. Zum bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU heißt es: „Für das deutsche Finanzsystem hielten sich die Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Brexit bisher in Grenzen.“

Der Aufwärtstrend bei den Preisen für Wohnimmobilien habe sich verstärkt, heißt es in dem Bericht weiter. Das Risiko einer Preiskorrektur bei gleichzeitig starken Ausfällen von Wohnimmobilienkrediten erscheine weiterhin gering.

(hib – Heute im Bundestag Nr. 418 vom 3. 7. 2017)

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